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KREATOR

Jul 5th, 2018 | von |

Nach einem musikalisch recht abwechslungsreichen Mittwoch wird zum Spätabend noch mal die Säge ausgepackt. Martialisch können KREATOR ja, da stimmen wir also direkt mit ein. Und wie! „Phantom Antichrist“ dient als Opener, und die Leute vor der Bühne nehmen die Einladung dankend an. Ein Blick nach links und rechts offenbart Verschiedenes: Euphorie, Neugierde, Spaß, Trunkenheit. Was die Menschen vereint, ist die Lust auf Mucke und Positivität. KREATOR sehen das trotz aller Instrumentenaggression genauso. Mille meint auch den obligatorischen Aufruf zur „totalen Zerstörung“ gar nicht böse und regt gleich zu Beginn des zweiten Songs Hey-Rufe an. Das alles vor einer imposanten Bühnendeko mit Animationen, die bildlich zu den Stücken passen, vor Videosequenzen, hinter Pyro, inmitten einer fulminanten Lichtshow und vor einem riesigen Dämon-Backdrop, der zu „Satan Is Real“ (ja, und er steht vermutlich in der ersten Reihe) erscheint.

KREATOR fahren massiv auf, ohne überheblich zu wirken – einfach eine starke Mischung aus Show und technischem Können. Da headbangt auch der rosa Pelikan auf dem Hut eines Feiernden. Egal, ob Mille und Co. rasanten Thrash („Enemy Of God“) oder stark im Heavy Metal verwurzelte Lieder wie „Hail To The Hordes“ präsentieren, das Publikum geht mit. Das feuert auch die Band an, und so deutet Mille schon vor dem dritten Song eine Wall of Death an, bittet nicht, sondern befiehlt zwischendrin immer wieder einen Circle Pit und reckt die Arme nach beinahe jeder Nummer triumphierend in die Luft. Zu Recht! KREATOR vollziehen ihren Gig mit dermaßen dicken Eiern, dass man sich fragt, wie sie noch gerade laufen können. Aber komplett sympathisch. Und weil Lametta Krieg ist, gibt es auch davon eine ordentliche Portion um die Ohren. Ist doch schön. So wie der Sound, der angenehm drückt, ohne Trommelfelle zu belasten; nur das Schlagzeug klackt etwas mechanisch.

In der Summe feiern KREATOR zum Jubiläum eine eindrucksvolle Metal-Party, da kann Mille die Zuschauer noch so oft „Hate“ rufen lassen – man spürt hier positive Energie, es hätte also auch „Flag Of Flowers“ heißen können. Scherz beiseite, es hat nur wenige Sekunden gedauert, bis das gut gefüllte Rund im Kosmos der deutschen Thrash-Veteranen gefangen war, und die Gefangenschaft endet frühestens mit dem letzten Ton. Dass zu „Phobia“ vielfach mitgesungen und bei „From Flood Into Fire“ kollektiv geklatscht wird, sind nur zwei weitere Beispiele. Emotional wird es kurz, als Mille „Fallen Brother“ unter anderem Lemmy und Vinnie Paul (und all den anderen Metal-Heroen, die zu früh von uns gegangen sind) widmet. So muss ein Headliner auftreten!

Live Foto Rockharz 2018 Kreator

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