ROCKHARZ 2025: Die Band-Berichte zum Samstag

Kann bitte jemand dafür sorgen, dass die Zeit beim ROCKHARZ langsamer vergeht? Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell der letzte Tag anbricht. Ihr habt doch gerade erst das Zelt aufgebaut und den Schlafsack ausgerollt. Aber wisst ihr was? Wir öffnen die Arme und empfangen den Samstag lachend!

11:20–11:50 VELVET RUSH (Rock Stage)

VELVET RUSH – ROCKHARZ 2025

VELVET RUSH – ROCKHARZ 2025

VELVET RUSH eröffnen den letzten ROCKHARZ-Tag bei bestem Wetter. Schon früh warten eingefleischte Fans in der ersten Reihe auf die Hamburger, die kürzlich ihre Debüt-EP „Euphonia“ veröffentlicht haben. Während sich das Infield langsam füllt, sorgt die Band mit energiegeladenem Rock und etwas Morgengymnastik dafür, dass wirklich alle gut aufgewärmt in den Tag starten.

11:55–12:25 FROZEN CROWN (Dark Stage)

FROZEN CROWN – ROCKHARZ 2025

FROZEN CROWN – ROCKHARZ 2025

FROZEN CROWN aus Italien betreten die Dark Stage zur Mittagszeit und die Sonne empfängt sie mit heimatlichen Temperaturen. Neu-Gitarristin Alexandra Lioness meistert ihren Einstand mit Bravour und auch sonst ist der Auftritt ein Freudenfeuer für Fans gepflegter Saitenhexerei. Dazu verzaubert Sängerin Giada „Jade“ Etro alle mit ihrem energetischen Gesang. Die 30 Minuten gehen viel zu schnell vorbei – aber so ist das, wenn ein Gig vom ersten Ton an richtig zündet!

12:30–13:10 ROBSE (Rock Stage)

ROBSE – ROCKHARZ 2025

ROBSE – ROCKHARZ 2025

Der Auftritt von ROBSE war aus familiären Gründen lange ungewiss. Also bedankt sich der sympathische Fronter erst mal für den Support. Wir haben zu danken – schön, dass du da bist! Zuspruch und Publikum machen es ihm leichter, trotz seiner getrübten Stimmung auf die Bühne zu gehen. Zum Dank präsentiert er neben starken Liedern des Debüts „Harlekin Und Krieger“ noch einige EQUILIBRIUM-Klassiker. Und spätestens bei „Met“ grölen alle mit. Doch am wichtigsten: Alles Gute weiterhin für Familie Dahn.

13:15–13:55 BOKASSA (Dark Stage)

BOKASSA – ROCKHARZ 2025

BOKASSA – ROCKHARZ 2025

Es ist nicht schwer zu erraten, warum die „Kings Of Stoner Punk“ einst als Lieblingsband von METALLICA galten. Der energiegeladene Gig der Norweger sorgt für reichlich Circlepits, die eine Wand aus Staub aufbauen. Die bangen und tanzen die Leute einfach weg, denn der spannende Mix aus Stoner Rock, Punk und Metal kommt super an – ab heute wird nicht nur Herr Ulrich BOKASSA als Bandfavorit nennen.

14:00–14:40 PRO-PAIN (Rock Stage)

PRO-PAIN – ROCKHARZ 2025

PRO-PAIN – ROCKHARZ 2025

PRO-PAIN schicken eine Groove-Walze übers Infield, die sofort in eine Staubwolke mündet. Kein Wunder: Die harten Riffs sind wie ein Befehl, sich zu bewegen – und so dauert es nicht lange, bis sich ein erster Circlepit bildet, der immer mehr anwächst. Gary Meskil und seine Mannen verteilen mit „Stand Tall“, „Un-American“ oder „The Shape Of Things To Come“ eine Watschen nach der anderen und lassen keine Verschnaufpause zu.

Zum Abschluss gibt es den Klassiker „Make War (Not Love)“ und das Versprechen, dass nächstes Jahr endlich ein neues Album kommen wird. Der heutige Auftritt hat mal wieder bewiesen, warum wir uns genau darauf freuen!

14:45–15:25 GRAND MAGUS (Dark Stage)

GRAND MAGUS – ROCKHARZ 2025

GRAND MAGUS – ROCKHARZ 2025

Die Schweden sind hier, um unsere Stahlnacken zu trainieren – mit bodenständigem Heavy Metal, der beflügelt. Also schließen wir hinter unseren Sonnenbrillen die Augen und stellen uns vor, wie der gigantische Adler vom Backdrop lebendig wird. Dann steigen wir auf seine mächtigen Schwingen und gleiten zu passend betitelten Nummern wie „Steel Versus Steel“ über Riff-Berge und Flüsse aus Bier durch die prachtvolle Harzer Landschaft. Metal-Romantik pur! Und so verlassen GRAND MAGUS die Bühne unter glücklichen Fangesängen.

15:30–16:10 VISIONS OF ATLANTIS (Rock Stage)

VISIONS OF ATLANTIS – ROCKHARZ 2025

VISIONS OF ATLANTIS – ROCKHARZ 2025

Seefahrer, nehmt euch in Acht, denn die Armada von VISIONS OF ATLANTIS ist im ROCKHARZ-Hafen gelandet. Die Piraten-Symphoniker spielen vor imposanter Segelschiff-Kulisse auf und reisen mit uns durch ihre beiden „Pirates“-Alben.

Besonders eindrucksvoll sind die Duette zwischen Clémentine Delauney und Michele Guaitoli, flankiert von opulenten Arrangements und harten Gitarren. Nach vierzig Minuten erfolgreichem Beutezug lichten VISIONS OF ATLANTIS den Anker und haben reichlich Applaus erbeutet.

16:15–17:00 AVATARIUM (Dark Stage)

AVATARIUM – ROCKHARZ 2025

AVATARIUM – ROCKHARZ 2025

Endlich! AVATARIUM! Nachdem die Unwetterwarnung letztes Jahr ihnen und uns den Spaß vermiest hat, darf die Stockholmer Band heute loslegen – und schiebt ihren epischen, rockigen Doom trotzig-charmant in den extrem verstaubten Nachmittag. Die Gitarren drücken, die grandiose Stimme von Jennie-Ann Smith schwebt tragend und intensiv über allem.

Hier gibt’s keine aufgesetzte Show, sondern ehrlichen, düsteren, aber gefühlvollen Doom Rock, der eine stetig zunehmende Menge in seinen Bann zieht. Den verdienten Jubel nach den letzten Klängen von „Moonhorse“ kosten Jennie-Ann und Gitarrist Marcus gemeinsam mit ihrem Sohn Leonard aus.

17:05–17:50 COMBICHRIST (Rock Stage)

COMBICHRIST – ROCKHARZ 2025

COMBICHRIST – ROCKHARZ 2025

Elektronische Klänge funktionieren auf dem ROCKHARZ auch sehr gut, wie uns die zahlreichen Menschen vor der Rock Stage beweisen. Dort spielen COMBICHRIST auf, die ihr EBM-Fundament zwar mit Drums und Gitarren verstärken, jedoch eindeutig aus der „Grufti-Ecke“ kommen. Frontmann Andy LaPlegua springt wie von der Tarantel gestochen über die Bühne, während die Bässe in die Magengrube drücken. Der Sound ist tanzbar – und trotz staubigen Bodenverhältnissen kommen die Menschen der Aufforderung auch nach.

17:55–18:40 FROG LEAP (Dark Stage)

FROG LEAP – ROCKHARZ 2025

FROG LEAP – ROCKHARZ 2025

Leo Moracchioli machte sich bei YouTube mit seinen Frog Leap Studios einen Namen. Das Konzept ist so simpel wie genial: Metal-Cover bekannter Pop- und Rock-Songs aufnehmen. Seit ein paar Jahren tourt er mit einer handverlesenen Band durch Europa und bringt seine meistgeklickten Stücke auf die Bühne.

So dürfen wir uns auf dem ROCKHARZ über metallische Interpretationen von „Eye Of The Tiger“ (SURVIVOR), „Party Rock Anthem“ (LMFAO), dem „Pokémon“-Intro oder TOTOs „Africa“ freuen. Die Rechnung geht auf, denn die Tracks kann jeder unabhängig von der Hasseröder-Menge im Blut mitsingen. Und jetzt alle: „I bless the rains down in …“

18:45–19:30 MR. HURLEY & DIE PULVERAFFEN (Dark Stage)

MR. HURLEY & DIE PULVERAFFEN – ROCKHARZ 2025

MR. HURLEY & DIE PULVERAFFEN – ROCKHARZ 2025

Die karibischen Osnabrücker sind eine sichere Bank auf dem ROCKHARZ. Und so wirkt die Menschenmenge vor der Rock Stage, als würde ein Headliner spielen. Als MR. HURLEY UND DIE PULVERAFFEN loslegen, gibt es dann auch kein Halten mehr. Alle tanzen, lachen und trinken zu Klängen von „Leuchtturm“ und dem Smash-Hit „Blau Wie Das Meer“.

Das Publikum ist textsicher und die Crowdsurfer sind zahlreich. Eine Dame surft wortwörtlich auf einem Brett über die Menge – chapeau für diese Leistung! MR. HURLEY UND DIE PULVERAFFEN würden verbrannte Erde hinterlassen, wenn die nicht ohnehin nur noch Staub wäre.

19:35–20:35 DRAGONFORCE (Dark Stage)

DRAGONFORCE – ROCKHARZ 2025

DRAGONFORCE – ROCKHARZ 2025

Habt ihr schon mal von Sweep Picking, Tappings und Divebombs gehört? Nicht? Nach dem Auftritt der „Warp Speed Warriors“ DRAGONFORCE kennt ihr aber die gleichnamigen Gitarrentechniken. ALLE! Was die Band um die beiden Lead-Lead-Gitarristen Herman Li und Sam Totman an technischen Spielereien abfeuert, lässt offene Münder zurück.

Und ein fettes Grinsen in unseren Gesichtern: Denn die internationale Band aus London zündet auch sonst ein Feuerwerk – angefangen bei der Bühne mit den riesigen Drachen und Arcade-Videokonsolen über die melodischen Power-Metal-Hymnen bis hin zur vor Spielfreude strotzenden Show.

Sänger Marc Hudson fordert nicht nur Anfeuerungen ein, sondern von ausgewählten Fans auch Liegestütze – und da er beim Taylor-Swift-Cover „Wildest Dreams“ den schnellsten Circlepit überhaupt initiiert, können wir alle sagen: Wir sind dabei gewesen!

20:40–21:40 ABBATH PERFORMS IMMORTAL (Rock Stage)

ABBATH PERFORMS IMMORTAL – ROCKHARZ 2025

ABBATH PERFORMS IMMORTAL – ROCKHARZ 2025

Von Neonfarben zur Schwarz-weiß-Ästhetik: ABBATH ist eine Ikone der Finsterszene, die kein Problem damit hat, auch mal zu zwinkern. Absolut legendär ist neben der an KISS angelehnten Leichenbemalung sein Krebsgang, den er auch heute mehrmals präsentiert. Dazu gibt es frivole Grimassen, die uns mindestens genauso zum Schmunzeln bringen wie purzelnde Pandas.

Musikalisch dürfen wir uns auf IMMORTAL-Songs freuen, die der König von Blashyrkh mit feinem Händchen ausgewählt hat. Los geht’s mit dem fantastischen „Withstand The Fall Of Time“. Zwar ist der Sound noch etwas zu laut, aber das pendelt sich schnell ein. Es folgen unter anderem: „Sons Of Northern Darkness“, „Tyrants“, „One By One“, „Mountains Of Might“, „The Call Of The Wintermoon“ und „Blashyrkh (Mighty Ravendark)“. Wer hier nicht ins Sabbern kommt, hat die zweite Black-Metal-Welle verpennt!

Und es bleibt düster – nur ganz anders. Schauen wir mal, wie viele IMMORTAL-Fans direkt rüber zu ASP gehen.

21:45–22:45 ASP (Dark Stage)

ASP – ROCKHARZ 2025

ASP – ROCKHARZ 2025

Zur untergehenden Sonne verdunkelt sich auch die Atmosphäre auf dem Infield weiter: Der Meister des Gothic Rocks, ASP, gibt sich die Ehre. Das Publikum ruft traditionell oft „Wir wollen brennen“ – und ASP kommen der Aufforderung mit vielen Pyros nach, die vorzüglich zu Songs wie „Raise Some Hell Now!“ passen.

Die Setlist besteht aus aktuellen Hits des „Horrors“-Album – wie „Flickenpuppe“, bei dem man zweimal hinhören muss, was Meister ASP gerade singt. „Flick mich!“ lässt sich ausgezeichnet mitgrölen.

Fans der älteren Klänge bekommen mit „Denn Ich Bin Der Meister“, „Schwarzes Blut“ und dem unvermeidlichen „Ich Will Brennen“ genug Futter. ASP versteht es, die Leute trotz seiner dunklen Musik in Feierlaune zu bringen. Düster wird die Stimmung nur, weil die letzten zwei Auftritte des ROCKHARZ 2025 anstehen.

Einer davon kommt von IN EXTREMO. Die sechs Spielmänner haben ihre Dudelsäcke gewienert und sind bereit für eine imposante Show. Doch vorher gibt es die traditionelle Ansprache von Festivalchef Buddy. Und so füllt sich die Bühne wie gewohnt mit zahlreichen glücklichen Gesichtern. Doch das wahre Highlight ist sein Heiratsantrag an Dani – sie hat „JA“ gesagt!

22:45–00:15 IN EXTREMO (Rock Stage)

IN EXTREMO – ROCKHARZ 2025

IN EXTREMO – ROCKHARZ 2025

Dass etliche Gäste „JA“ zu IN EXTREMO sagen, beweist das proppenvolle Infield. Und der Headliner hat die vorherrschende Stimmung bereits in einem seiner Lieder beschrieben: „Sternhagelvoll auf Wolke Sieben schweben, was kann es Schöneres geben?“ Ganz nüchtern betrachtet ist IN EXTREMO eine mehr als passende Band, um jetzt noch mal alle verbliebenen Energien aus dem Publikum zu kitzeln und Glücksgefühle zu erzeugen. Ehrlich: Wenn die Berliner Spielleute den Opener „Ólafur“ anstimmen, gehen die Kauleisten im Publikum nach oben. Und spätestens bei „Spielmannsfluch“ hat sich die Menge warm gesungen.

Warm ums Herz wird es, wenn IN EXTREMO ihre Ballade „Schlafe Gut, Du Feine Seele“ anstimmen und die Anwesenden das Festivalgelände mit einem Meer aus Handytaschenlampen illuminieren. Schön! Feiern ist aber auch eine feine Sache, und da bietet Dr. Pymonte als Geburtstagskind heute einen zusätzlichen Anlass – wenn auch nicht mit eigenem Stand und 50 Liter Bier, wie Sänger Michael ulkt. Apropos ulken: Der Fronter möchte alle Arme im Publikum sehen: „Nach fünf Tagen Festival spielt der Geruch auch keine Rolle!“ Klar, dass etliche mitmachen, klatschen, hüpfen und crowdsurfen.

Den Abschluss des mit zahlreichen Fan-Favoriten gespickten Konzerts bildet „Pikse Palve“ mit Mandoline, Pyro-Flatrate und einem lauten Knall. Wenn sich die Band also zum Outro ausgiebig feiern lässt, ist das nur eines: total verdient!

Wer immer noch etwas Leben in den müden Knochen hat, kann jetzt das Tanzbein schwingen: TRAGEDY bieten ein „All Metal Tribute to the Bee Gees“.

00:30–01:30 TRAGEDY (Dark Stage)

TRAGEDY – ROCKHARZ 2025

TRAGEDY – ROCKHARZ 2025

Unverwüstliche Disco-Hits im Metalgewand, eine Mischung aus Glitzer, Schlaghose und Doublebass. Mit Songs von ABBA, den BEE GEES und THE WEATHER GIRLS – deren Hit „It’s Raining Men“ einen unheilvollen Mash-up mit SLAYERs „Raining Blood“ erfährt. TRAGEDY lassen die große ROCKHARZ-Sause amtlich ausklingen.

Nach einer 60-minütigen Party und dem obligatorischen „Stayin‘ Alive“ heißt es: ROCKHARZ 2025, das war’s – und es war wieder wunderbar! Danke an euch alle, wir sehen uns im nächsten Jahr wieder!