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History

OUVERTÜRE

15 ereignisreiche Jahre sind bis dato ins Land gezogen, seit das Rock Harz ’93 ins Leben gerufen wurde. Von Beinahe-Ausfällen des Festivals, über Gigs der Bands auf LKW-Anhängern, Besucherzahlen von gerade knapp 100 Köpfen und meteorologischen Desastern, hat das RockHarz, die Pilgerstätte für Rocker, Metaller, Gothics, Alternativos und Schaulustige, bis heute die ein oder andere, teils drastische, jedoch unerlässliche Wandlung durchgemacht.

Betrachtet man das sensationelle Line-Up dieses Jubiläumsjahres, kann man nicht leugnen, dass das Konzept aufgegangen ist, dass Blut, Schweiß und… Schweiß all die Jahre nicht umsonst geflossen sind.

DIE ERSTEN JAHRE

1993 ins Leben gerufen vom Verein Rock und Kultur am Harz e.V. lief das Rock Harz noch unter dem Namen „Rock gegen Rechts“, war mitnichten Open Air und dauerte 6 Stunden. Als Höhepunkt des Abends galten die Abstürzenden Brieftauben und eine Band mit dem vielversprechenden Namen Dahammwadensalad. Doch mit fast 1400 Jugendlichen in der Stadthalle Osterode war der Ansatz eines Grundsteins für zukünftige Erfolge gelegt.

Schon im Jahr darauf verlagerte sich das Festival aus der Stadthalle heraus unter freien Himmel, auf das Freizeitgelände in Lasfelde um genau zu sein. Auf einem LKW-Anhänger rockten die eingeladenen Regionalbands vor knapp 1000 Besucherköpfen. Ein Knick in der RockHarz-Karriere? Nein, ein Neuanfang!

Schon ’96 war eine Bühne mit immerhin satten 48 m² Spielfläche, (zum Vergleich: die Hauptbühne heute misst ganze 200 m² Spielfläche), organisiert und Bands wie die Guano Apes – die ja bekanntlich wenige Zeit später bereits Arenen füllten – The Atmosfear, Hungerstrike, Wasteland, Catty Caress und Tallian Gray gaben sich die Ehre. Und auch die ersten Zelter schlugen ihre Lager auf.

’97 gab es sogar einen vorläufigen Besucherrekord von insgesamt 2500 Gästen, angezogen von 17 Bands, darunter Speak’n’Fish, MCDoors, Silent Hectic, X-Rated aus der Schweiz, Wild Thing, Silly Season, Mad Minority, RAW und mehr.

GENRES WERDEN ERPROBT

Bis ’99 ging alles gut, doch in diesem Jahr erdreistete sich die Loveparade dasselbe Datum zu belegen wie die alteingesessene und zweifellos ungleich bedeutendere Rockveranstaltung. Ob beide Ereignisse dasselbe Zielpublikum haben, mag sicherlich Streitpunkt sein, Fakt jedoch ist, dass die Besucher ausblieben. Das war auch ausschlaggebender Grund für die Veranstalter, sich im Folgejahr 2000 am Europäischen Jugendcamp zu beteiligen, statt lediglich auf eigenes Risiko zu planen. Am Freitag eröffnete das Camp mit einer Open-Air-Techno-Disco mit diversen DJs und Breakdance-Gruppen, der Samstag stand dann aber ganz im Zeichen des Rocks. Eaten by Sheiks, Pussy Box und Perfect waren einige der Bands, die den etwa 700 Jugendlichen einheizten.

Die Idee an zwei verschiedenen Tagen auch unterschiedliches Zielpublikum anzusprechen, hielt sich bis 2001. Bis dahin war nicht einmal klar, welche Musikrichtung in Zukunft für das Festival eingeschlagen werden sollte. Beim Metal Day am Freitag traten unter anderem Skyclad auf, sowie Die Apokalyptischen Reiter, Flowing Tears, Re-Vision und Joker’s Wildest. Nicht weniger ausgelassen war die Stimmung auch beim darauffolgende Tribute Day, bei dem ausschließlich Coverbands auftraten, die Songs bekannter Klassiker zum Besten gaben. Kissed ließen sich nicht nur namenstechnisch von ihren Kiss-Vorbildern kaum unterscheiden, Fear of the Dawn schmetterten bekannte Iron Maiden Hymnen und mit den Songs von den Beatles, vorgetragen von den Silver Beatles, und Zoo TV, die U2 coverten, wurde zwar eine ruhigere Gangart eingelegt, die der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch tat.

ES KRISTALLISIERT SICH WAS

Schandmaul, Mila Mar und die Letzte Instanz waren einige der Gastspieler im folgenden Jahr, von dem an immer eine zweite Bühne organisiert werden musste.

JBO, Annihilator, Doro, Suidakra, End of Green und viele mehr standen im Jahr 2003 auf der Bühne und die Musikrichtung des Festivals bewegte sich mehr und mehr im Rahmen von Metal und Gothic.

Mit Subway to Sally, Den Apokalyptischen Reitern, Majesty, Circle II Circle, Disbelief und Edge of Thorns im Jahre 2004, war das anfangs noch relativ kleine „Meeting“ von Liebhabern guter Musik zu einem „Happening“ herangewachsen, das nicht wie noch in den Kinderschuhen steckend nur die eingefleischten Fans der Regionalbands anlockte, sondern den deutschlandweit verbreiteten Anhängern der bekannten Musikern ein Billing bot, dem zu widerstehen schon nicht einfach war.

Damit war ein Scheidepunkt erreicht. Entscheidungen für 2005 mussten gefällt werden, ob das Festival noch weiter wachsen sollte. Verbunden damit wäre gewesen, dass das zu tragende Risiko proportional zur Veranstaltung mitwachsen würde. War die erreichte Größe eine, die man beibehalten wollte? Oder war es gar sinnvoll wieder ein wenig zurückzuschrauben?

BENZIN INS FEUER

Wie die Antwort lautete, ist in Anbetracht der vor drei Jahren anwesenden gut 4000 Köpfe nicht schwer zu erraten. Eingeheizt von Grave Digger, Doro, Rage, Holy Moses, Destruction, Onkel Tom sowie insgesamt 21 Bands kochte das Gelände vor den Bühnen wie ein Hexenkessel. Was nun das Festival selbst in die Profiliga katapultierte, war für den veranstaltenden Verein Rock und Kultur ein Scheidepunkt. Schweren Herzens entschied sich der Verein dazu, die Organisation des Festivals in neue, wenn auch vertraute Hände zu geben. Seit der Zeit kümmert sich die VERUGA GmbH um den Ablauf des Festivals und bereitet die Veranstaltung hauptberuflich beinahe 12 Monate lang vor. Für die zweite Bühne  war Rock und Kultur bis einschließlich letztes Jahr dennoch verantwortlich. Heute plazieren sie fünf Newcomer-Bands im Programm und informieren mit einem Infostand auf dem Festivalgelände über ihre Maßnahmen zum Erhalt der Rock- und Metalkultur im Harz.

Auch wenn die rein ehrenamtlich Organisation durch die neu eingeschlagene Richtung nicht mehr möglich war, war der Durchbruch geschafft. Immer mehr namhafte Bands konnten für einen Auftritt gewonnen werden, womit auch immer mehr Publikum Wind bekam von „kleinen Großveranstaltung“ im harzerischen Dorste, später Förste. Die zweite Stage reichte ’06 als Zeltbühne nicht mehr aus und war von da an eine zweite Open-Air-Bühne.

Wer glaubte, dass Subway to Sally, JBO, Gamma Ray, Dimple Minds, Vader und Atrocity  so ein Teil des 2006er Billings  nicht mehr zu übertreffen gewesen wäre, der musste 2007 gewiss seine Kinnlade festhalten, denn mit In Extremo, Kreator, Oomph!, ASP, Rage, den Apokalyptischen Reitern, Lake of Tears, Clawfinger und After Forever wurde den Metalheads wieder eine ganz besondere Auslese verschiedenster Genres kredenzt.

GUT, SO WIE ES IST

Seit 15 Jahren hat sich das Festival also seinen Weg durch Stadthallen, über Sportplätze und Schwimmbad-Hinterhöfe gebahnt, bis es schließlich hier auf Feldern und Weiden in wunderschöner Umgebung landete. Allein seit 2005 hat sich die Anzahl der eingeladenen Bands beinahe verdoppelt, womit sich auch der Organisationsaufwand vervielfachte. Aber allen Widrigkeiten, wie zeitgleich stattfindenden Fußballgroßturnieren, hartnäckiger Konzertkonkurrenz und monsunähnlichen Wetterverhältnissen zum Trotz, hat sich das RockHarz mit Qualität, Beständigkeit und nicht zuletzt mit Improvisationstalent etabliert und ist besonders auf die positive Resonanz von Presse, Besuchern und Bands stolz, die sich auf dem ROCKHARZ jedes Jahr gerne wieder zum gemeinsamen Huldigen an die ROCKNROLL-Götter treffen!

Mini-Chronik

1996: 16. und 17. August in Dorste; 8 Bands, darunter Guano Apes, Melrose Punks, Hungerstrike, Wasteland; Etwas über 1000 Besucher; 48 m² Bühne; strahlender Sonnenschein, Damals gab es noch bescheidene zwei Verkaufsstände, ausgerüstet mit 500 Würstchen und 250 Steaks um die Besucher zu versorgen. Auch die 3 DM- Preise für Bier und Wurst sind erinnerungswürdig. Zur Unterhaltung der jüngeren Gäste gab es sogar eine Hüpfburg. Erstmals wurde auch ein kleiner Obulus verlangt, um die Kosten für Bühne, Equipment, Bands etc. zu decken.

2001: 15. und 16. Juni in Osterode  auf dem Festivalgelände hinter dem Aloha-Schwimmbad, 10 Bands, darunter Kissed, Fear of the Dawn, Skyclad, Die Apokalyptischen Reiter; insgesamt etwa 1300 Besucher, bei einer ungefähren Verteilung von 500 auf den ersten Tag und 800 auf den zweiten; 48 m² Bühne; Interessant am RockHarz 2001 war das besondere Konzept: Freitag „Metal Day“, Samstag „Tribute Day“; Der schwere Sturm und der noch heftigere Regen sorgten dafür, dass der Freitags-Headliner Skyclad den Auftritt abbrechen musste. Die Bühne versank langsam, aber sicher im Matsch, somit war die Sicherheit von Fans, Band und Equipment nicht mehr garantiert.

2007: 6. und 7. Juli in Förste  mitten in der Feldmark, 30 Bands, darunter In Extremo, Kreator, Clawfinger, Oomph!, ASP, Rage; 4500 Besucher pro Tag; 144 m² Bühne. Abgesagter Headliner-Gig von WASP, aber super Ersatz von Destruction! Mal wieder ein gut gemischtes Line-Up, das keine Wünsche offen ließ, dafür Pavillon zerfetzendes, Boden erweichendes Wetter; größtenteils, aber schöne Sonnenuntergänge, warme, windstille Zwischenphasen und ein Regenbogen als Sahnehäubchen entschädigten das ein oder andere stecken gebliebene Auto und verschlammte Stiefel; Wegen des aufgeweichten Bodens mussten in letzter Sekunde 100t Holzhackschnitzel organisiert werden, die ein wenig Flüssigkeit aufsaugen sollten.